Beckenbodentherapie

Beckenbodenbeschwerden können bei allen Menschen auftreten. Es ist keineswegs ein speziell nur bei Frauen entstehendes Problem. Wir behandeln daher in unserer Beckenbodentherapie Frauen, Männer, Transgender und Kinder.

Unsere Beckenbodentherapie beginnt immer mit einer ausführlichen Anamnese und einem individuellen Befund.

Gemeinsam mit Ihnen erarbeiten wir – je nach Befund – die für Sie unserer Erfahrung nach am besten passenden therapeutischen Maßnahmen.

Die korrekte Ansteuerung des Beckenbodens ist die Basis aller Therapieziele. Die anschließende Übungsauswahl und die Übertragung des Beckenbodentrainings in Ihren Alltag erarbeiten wir mit Ihnen individuell und an Ihre Beschwerden angepasst.

Unter dem Begriff Beckenbodentherapie versteht man zunächst das Erlernen einer korrekten Anspannung oder auch Entspannung der Beckenbodenmuskulatur.

Da diese Muskeln für uns nicht sichtbar im Inneren unseres Körpers liegen, ist der erste und wichtigste Schritt, dass Sie wissen und verstehen wo diese Muskeln sind und welche Funktionen sie erfüllen. Dies ist zugleich die Basis für das spätere Beckenbodentraining.

Die Zusammenhänge erklären wir Ihnen in unserer Physiotherapie-Praxis in Köln (Köln-Junkersdorf) anschaulich und unkompliziert auch gerne mit Hilfe von Beckenboden-Modellen und Bildern.

Beckenboden-Modell, fitagain Praxis für Physiotherapie in Köln-Junkersdorf

Beckenboden-Modell

Häufige Krankheitsbilder und Situationen, bei denen wir für unsere Patienten die Beckenbodentherapie anwenden

  • Drangblase: Harndrang oftmals am Tag mit geringer Entleerungsmenge
  • Belastungsinkontinenz: Urinverlust z.B. beim Husten, Niesen, Lachen, ungewollter Wind- und Stuhlabgang
  • Vor und nach Unterleibs– und Prostataoperationen
  • Schmerzen im unteren Rücken- und Beckenbereich, auch im Steißbein
  • Vor, während sowie nach einer Schwangerschaft
  • Senkungsbeschwerden: Gefühl von Schwere oder Zug nach unten, Fremdkörpergefühl in der Scheide
  • Entleerungsstörungen von Blase und Darm
  • Vaginismus und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Erektionsstörungen
  • Enuresis (Einnässen bei Kindern)
  • Detrusor-Sphincter-Dyskoordination

Jedes Krankheitsbild erfordert einen speziellen Behandlungsschwerpunkt, den wir Therapeuten individuell auf unseren Patienten abgestimmt herausarbeiten und in der Behandlung umsetzen. Jeder Patient bekommt eine für ihn persönlich konzipierte Zusammenstellung effektiver Übungen für sein individuelles Beckenbodentraining, das seinen Bedürfnissen angepasst wird.

Zu uns kommen sowohl Patienten mit Beckenbodenbeschwerden aus dem Raum Köln als auch weiter entfernt wohnende Patienten mit Beckenboden-Problemen. Durch unsere langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Beckenbodentherapie und des Beckenbodentrainings sind wir für diesen Schwerpunkt auch bei Ärzten bekannt, die ihre Praxis außerhalb der Region Köln haben.

Katrin Franke bei Health TV zum Thema Beckenbodentraining für Männer

Katrin Franke bei Health TV zum Thema Beckenbodentherapie und Beckenbodentraining für Männer

zum Videobeitrag auf HealthTV.de – Beitrag mit Katrin Franke in Biggi Lechtermanns Sendung „Lechtermann Gesundheit & Leben“ (ab 06:20 min)

Aspekte, die unserer Erfahrung nach in der Beckenbodentherapie / im Beckenbodentraining sehr wichtig sind

  • Das Verstehen der Zusammenhänge von Körperhaltung und Beckenboden
  • Aufklärung über Lage und Funktion des Beckenbodens
  • Wissensvermittlung über Blasen- und Darmfunktion
  • Zwerchfell und Beckenbodenkoordination
  • Kräftigung von Bauch- und Rückenmuskulatur für eine aufrechte Körperhaltung und zur Entlastung des Beckenbodens
  • Verbesserung der Wahrnehmung und bessere Ansteuerbarkeit für Beckenboden, Atmung und Haltung
  • Spezifische Übungsangebote zur Kräftigung der Beckenbodenmuskulatur
  • Maßnahmen, die die Kontinenz auch in „drängenden“ Situationen unterstützen
  • Toilettentraining
  • Beckenbodenentlastendes Verhalten im Alltag, Transfer von erlerntem Verhalten in alltäglichen Belastungssituationen
  • Verhaltenstraining
  • Blasentraining
  • Beratung bei der Wahl von geeigneten Sportarten
  • Hilfsmittelberatung, z.B. Pessare, Anal- und Vaginaltampons, Biofeedback- und Elektrostimulationsgeräte

Die Ursachen für Beckenbodenbeschwerden

Verschiedene Ursachen können zu einer Dysfunktion des Beckenbodens und zu einer Störung des Verschlusssystems führen:

  • Schwangerschaft und Geburt, Verletzungen des Beckenbodens, Kaiserschnittnarben (Sectio)
  • Anatomische Veränderung der Bauchorgane
  • Zu wenig und einseitige Bewegung
  • Belastung durch chronische Atemwegserkrankungen
  • Bindegewebsschwäche
  • Adipositas
  • Chronische Verstopfung
  • Hormonelle Umstellung in der Menopause
  • Operationen im Unterleib und an der Prostata
  • Häufige OPs an den Hämorrhoiden
  • Belastendes Sitzen, Bücken und Heben im Alltag

Aber auch vorangegangene Blasenentzündungen, Prostatitis, schmerzhafte Erfahrungen in der Sexualität, wiederkehrende Durchfälle oder Verstopfungen und vieles mehr können ursächlich sein.

Oft erleben wir insbesondere bei Beckenbodenverspannungen psychische Ursachen als Auslöser:

  • Stress
  • Probleme in der Partnerschaft
  • familiäre Probleme
  • Trennung
  • Todesfälle
  • starke Veränderungen im Leben wie ein neuer Job, neues Studium oder ein Wohnortwechsel

Die Folge ist eine Verspannung von Muskeln. Manche Menschen haben Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich, andere bekommen Kopf- oder Rückenschmerzen, wieder andere Migräne.

So ist eine Verspannung der Beckenbodenmuskulatur ebenso möglich, wie an jeder anderen Körperstelle. Da diese Muskeln, die in unserem Inneren liegen, aber nicht sichtbar sind, sind die Beschwerden zunächst schwer zu verstehen. Solche Verspannungen können zu Beckenbodenschmerzen oder zu Funktionsstörungen von Blase und Enddarm führen.

Beckenbodenschmerzen

Schmerzen im Beckenboden sind ein vielfältiges Beschwerdebild mit den verschiedensten Symptomen und Erscheinungsbildern.

Viele Menschen beschreiben Schmerzen im Bereich von After, Rektum (Enddarm), Damm, Scheide, Klitoris, Penis, Hoden, Harnröhre, Blase, Steißbein, Kreuzbein und/oder Unterbauch. Dabei muss es sich nicht immer um den klassischen Schmerz handeln. Es kann sich pochend, dumpf, stechend, ziehend, brennend usw. anfühlen.

Probleme beim Wasserlassen (Miktion), Stuhlgang (Defäkation) und beim Sex, aber auch beim Sitzen, Gehen oder Sport können auftreten.

In der physiotherapeutischen Beckenbodenbehandlung ist das Ziel, die Beckenbodenmuskulatur „zu erfahren“, sie zunächst einmal kennenzulernen:

  • Wo liegt sie, was kann sie, und was sorgt dafür, dass Sie die Beschwerden so spüren wie sie sind?
  • Wahrnehmungsschulung der Beckenbodenmuskulatur – wie steuert man sie an, wie funktioniert An- und vor allem bewusste Entspannung?

Anleitung von Entspannungsübungen für die Beckenbodenmuskulatur aber auch allgemeine Entspannungsübungen. Darunter können Atemtechniken fallen, Meditations- oder Yogaübungen, Bewegungsübungen, Sportberatung.

Ebenso kann eine Triggerpunktbehandlung der Muskeln Sinn machen. Hiermit soll über manuelle Drucktechniken die Entspannung der Muskulatur erzielt werden.

Schmerzen betreffen Körper und Psyche

Aus diesem Grund kann in bestimmten Fällen die Kombination einer Beckenbodentherapie mit einer Psychotherapie sinnvoll sein.

Ziel ist hier beispielsweise die Auslöser, die zur Verspannung führen, herauszuarbeiten und zu bewältigen, aber auch Strategien zu entwickeln, wie Sie mit den Schmerzen im Alltag besser umgehen können.

Wenn gewünscht nennen wir Ihnen als Ergänzung zu unserer Beckenbodentherapie psychotherapeutische Praxen im Raum Köln, die sich auch mit dem Thema Beckenbodenbeschwerden befassen.

Die moderne Schmerztherapie besteht heute aus drei Säulen:

  • Arzt / Schmerztherapie
  • Psychotherapie
  • Bewegungstherapie / Physiotherapie

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Wir sind für Sie da!