Bei der Triggerpunkttherapie spielen für die Beseitigung von Schmerzen sogenannte myofasziale Triggerpunkte die zentrale Rolle. Faszien umhüllen sackartig jede Zelle, jedes Organ, jeden Knochen, jeden Nerv und eben auch jede Muskelfaser und Muskel (Myofaszien) innerhalb des Körpers. So wie alle Faszien stellt auch die Muskel-Faszie eine untrennbar verknüpfte Einheit aus Muskelgewebe und dem es umgebenden, bindegewebigen Netzwerk dar. Die Faszien trennen Räume voneinander, geben Form und sind zugleich miteinander verbunden. Ein analoges Beispiel aus der Pflanzenwelt ist die Grapefruit, die eine Umhüllung der ganzen Frucht aufweist, zugleich aber auch stückweise ummantelt ist. Als Schmerzauslöser sind sie lokal begrenzte, stecknadelkopfgroße druckempfindliche Muskelverhärtungen durch die ihr bekannter Schmerz wiederholt auslösbar ist. Man nimmt heute an, dass rund 80 bis 90 % der Schmerzsyndrome myofaszialen Ursprungs sind.

Die Behandlung von Triggerpunkten wird von speziell geschulten Fachleuten, wie Ärzten, Physiotherapeuten,Ergotherapeuten oder Masseuren durchgeführt. Ein Trigger-Therapeut ist darin geschult, mit einem Befund (bestehend aus Anamnese, Inspektion und Abtasten) die entsprechenden Triggerpunkte einzugrenzen und im Rahmen der anschließenden Behandlung systematisch und effektiv zu reduzieren. Der therapeutische Effekt ist oft direkt spürbar. Innerhalb der Behandlung werden die Schmerzbilder des Patienten reproduziert, dies lässt somit einen empirischen Beweis der Zugehörigkeiten zwischen Schmerzbild und Muskel zu. Einer der bekanntesten Vertreter und Ausbilder dieser Schmerztherapie unserer Zeit ist der Schweizer Physiotherapeut Roland Gautschi, der auch das Standardwerk zum Thema verfasst hat (Roland Gautschi: Manuelle Triggerpunkt-Therapie, Thieme, Stuttgart 2016, 3. Aufl.). Auch unsere Schmerztherapie orientiert sich oft an seiner Methodik.

Eine sehr schöne Einsicht in das Phänomen „Faszien“ gibt diese WDR Sendung aus der bekannten Reihe  Quarks & Co:.