In Deutschland ist die manuelle Therapie eine geschützte physiotherapeutische Behandlungsform, die mittels einer Heilmittelverordnung durch den behandelnden Arzt nach vorheriger Diagnosestellung verordnet werden kann. Sie dient in der Medizin der Behandlung von Funktionsstörungen des Bewegungsapparats (Gelenke, Muskeln und Nerven). Nachdem bereits im Altertum Hippokrates „manualtherapeutische Einrenkungen“ als Maßnahme bei traumatisch bedingten  Wirbelverschiebungen beschrieben hat, entwickelte die manuelle Therapie im 20. Jahrhundert den alternativmedizinischen Anspruch, außer den einfachen belastungsbedingten Schmerzen im Bewegungsapparat auch andere Krankheiten und Befindungsstörungen zu beeinflussen. Dazu werden – ähnlich wie bei der Akupunktur – nervale, reflektorische oder „energetische“ Verbindungen der Knochen und Gelenke mit dem übrigen Körper postuliert. Neben Magen-Darm-Beschwerden sind vor allem psychische Beschwerden, Angstneurosen, Depressionen und Entwicklungsstörungen ein häufiges Ziel manualtherapeutischer Interventionen.

Mittlerweile ist die manuelle Therapie der anerkannte von Physiotherapeuten mit einer speziellen Weiterbildung durchgeführte Teil der Manuellen Medizin und beinhaltet Untersuchung und Behandlungstechniken. Als alternativmedizinische Behandlungsform kommt sie darüber hinaus auch als Therapie vielfältiger Beschwerden in anderen Körperregionen zur Anwendung. Von der ärztlichen Manuellen Medizin unterscheidet sie sich darin, dass sie in Deutschland keine ruckartigen Techniken, sog. Techniken mit Impuls (Manipulation) an der Wirbelsäule, anwenden darf, wobei noch immer eine klare gesetzliche Regelung fehlt.

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