Die Cranio-Sacral-Therapie ist eine alternative medizinische Behandlungsform, die sich aus der Osteopathie entwickelt hat. Der Begriff kommt aus dem Lateinischen (cranium: der Schädel; os sacrum: das Kreuzbein) und bedeutet somit auf deutsch zunächst „Schädel-Kreuzbein-Therapie“. Es ist ein manuelles Verfahren, bei dem Handgriffe vorwiegend im Bereich des Schädels, des Nackens, des Zungenbeins, und des Thorax, aber auch der Wirbelsäule, des Kreuzbeins, des Zwerchfells, des Beckens und der Füße ausgeführt werden.

Die heutige Ausprägung erhielt die Cranio-Sacrale Therapie im Wesentlichen durch den Osteopathen John E. Upledger. In seinem „Lehrbuch der Craniosacralen Therapie I“ (2016, 7. Aufl.) beschreibt er seine Entdeckung, dass während einer Operation die rhythmische Bewegung der Duralmembran (Dura mater) mit einer Frequenz von ungefähr achtmal in der Minute auftritt.

Die Cranio-Sacral-Therapie beruht unter anderem auf der Annahme, dass sich die rhythmischen Pulsationen der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit (Liquor cerebrospinalis), der sog. Primäre Atemmechanismus (PAM) oder auch Primärer respiratorischer Mechanismus (PRM), auf die äußeren Gewebe und Knochen übertragen und somit per Palpation – Untersuchung durch Berührung – ertasten lassen.

Bei einer typischen Cranio-Sacral-Therapiesitzung liegen die Klienten in der Regel bekleidet in Rückenlage auf einer Behandlungsliege. Sie dauert im Schnitt etwa eine Stunde. Der Therapeut arbeitet mit seinen Handflächen oder Fingern vorwiegend mit minimalen Zug- oder Druckkräften. Dabei wird entweder in die als physiologisch sinnvoll empfundene Richtung vorgegangen, oder der erfühlten Gewebespannung nachgegangen, um sie zu reduzieren. Ein wesentlicher Aspekt liegt dabei auf dem Ertasten und Verändern des kraniosakralen Rhythmus.

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